Batman – The Dark Knight Returns Teil 1 und Teil 2

Batman - The Dark Knight Returns Teil 1Batman hat sich vor 10 Jahren zur Ruhe gesetzt. Währenddessen hat sich in Gotham City eine neue Art von Verbrechern breit gemacht: Die Mutanten. Die bestehende Ordnung ist ernsthaft in Gefahr Der alternde Bruce Wayne sieht sich daher gezwungen, noch einmal als dunkler Ritter zurück zu kehren und in den Straßen von Gotham City für Ordnung zu sorgen. Dabei bekommen er und sein "neuer Robin" er es aber nicht nur mit den Mutanten, sonder auch mit einigen alten Bekannten zu tun.


Batman – The Dark Knight Returns Teil 1

Batman hat sich vor 10 Jahren zur Ruhe gesetzt. Währenddessen hat sich in Gotham City eine neue Art von Verbrechern breit gemacht: Die Mutanten. Die bestehende Ordnung ist ernsthaft in Gefahr Der alternde Bruce Wayne sieht sich daher gezwungen, noch einmal als dunkler Ritter zurück zu kehren und in den Straßen von Gotham City für Ordnung zu sorgen. Dabei bekommen er und sein „neuer Robin“ er es aber nicht nur mit den Mutanten, sonder auch mit einigen alten Bekannten zu tun.

Batman – The Dark Knight Returns Teil 1 nach einer Vorlage von Frank Miller
Die beiden Filme aus dem Jahr 2012 beziehungsweise 2013 basieren auf dem Comic „Batman – Die Rückkehr des dunklen Ritters“ aus dem Jahr 1986 von Frank Miller. Die Hintergrundgeschichte zur Entstehung der Vorlage ist sehr interessant, Miller hat mit seiner Geschichte nämlich einige inhaltliche Entwicklungen in den damaligen Comics vorweg genommen, bzw. inspiriert. Ich rede hier natürlich vom Tod Jason Todds, des zweiten Robins. Weder im Film noch im Comic wird erklärt, was mit Robin passiert ist. Man erfährt nur, dass sein Tod schrecklich gewesen sein muss. Ich habe Batmans Mord am Joker, welcher im zweiten Teil der Verfilmung vorkommt (auch wenn dieser den Genickbruch quasi selbst zu Ende bringt, ist es meiner Meinung nach einer) immer so interpretiert, dass dieser dabei zumindest eine Rolle gespielt haben muss. Ein Massenmörder war der Joker auch zuvor schon und dennoch hat ihn Batman immer wieder am Leben gelassen. Vielleicht tauchten vor Batmans geistigem Auge die alten Bilder wieder auf, als er sah, wie der Joker wieder in Aktion trat? Möglich wäre es (daher finde ich es auch sehr passend, dass es dann tatsächlich der Joker war, der Todd wie einen Straßenköter mit einer Brechstange erschlug).

Genug der Exposition, wenden wir uns dem ersten Film zu. Beim Ansehen stellt man leider recht schnell fest, dass der Film – neben allen Stärken – auch die größte Schwäche der Vorlage übernommen hat. Nach dem stimmungsvollen Auftakt hat der erste Teil doch einige Längen. Das liegt großteils an der „neuen Bedrohung“, die hier etabliert wird: Den Mutanten. Diese sind nämlich so austauschbar, dass sie den Zuschauer einfach nur langweilen. Hinzu kommt, dass ihr Anführer wirkt, wie eine verblödete Version von Bane (den es zum Zeitpunkt der Entstehung der Vorlage noch gar nicht gab). Ironischerweise hat Nolan sich gerade hier für „The Dark Knight Rises“ bedient, schließlich geht es in beiden Fällen darum, dass die Ausgestoßenen und Außenseiter sich unter einem gewalttätigen Führer vereinigen und dann das Establishment in ein absolut mörderisches Chaos stürzen. Dennoch geht vom Anführer der Mutanten nicht einmal annähernd dasselbe Gefühl der Bedrohung, wie es das von Bane im Film tut, was daran liegt, dass der Mutant nur wie ein tumber Schläger wirkt, während Bane auch seinen Verstand einsetzt.

Der Kampf mit sich selbst
Wesentlich interessanter ist ein anderer Aspekt der Geschichte, nämlich die Handlung rund um Two Face. Wie Batman, kämpft der ehemalige Staatsanwalt ständig mit seiner dunklen Seite. Nach einer vollständigen Gesichtsrekonstruktion und jahrelanger Psychotherapie wird er schließlich als geheilt entlassen. Was niemand bemerkt hat: Er hat seinem Psychiater nur etwas vorgespielt, als er bemerkte, dass für ihn bereits alles verloren ist. Während nun nur noch seine gute Seite sichtbar ist, hat die Dunkelheit in seinem Herzen und seiner Seele bereits endgültig gewonnen. Genau das teilt er Batman auch mit, als dieser ihn wieder dingfest macht. Bruce Wayne muss erkennen, dass all seine Hilfe – er hatte die Behandlung von Two Face finanziert – letztlich umsonst war.  Es ist schade, dass diesem Konflikt – im Verhältnis zur Mutanten-Angelegenheit – weniger Platz eingeräumt wird.

Teil 1 endet genau in dem Moment, in welchem „The Dark Knight Returns“ so richtig interessant wird. Nach dem Rückzug des dunklen Ritters fiel sein Erzfeind, der Joker, in einen völlig apathischen Zustand, den man fast schon als eine Art Wachkoma beschreiben könnte. Als er im Gemeinschaftsraum des Arkham Asylums zufällig in den Nachrichten hört, dass Batman auf den Straßen Gothams wieder für Ordnung sorgt, ist es mit seiner Lethargie aber schnell vorbei. Die Szene, in der er seinen Kopf dreht, während sich dieses teuflische Grinsen wieder in sein Gesicht stiehlt und er wie ein Kind, dass zu Weihnachten sein ersehntes Spielzeug bekommen hat, einfach nur „Batman??“ sagt, ist die beste Szene im ganzen ersten Teil. Dieser endet damit auch.

The Dark Knight Returns Teil 2

Batman – The Dark Knight Returns Teil 2
Batman ist nach zehn Jahren wieder zurückgekehrt. Der Joker arbeitet ebenfalls an seinem Comeback Er manipuliert seinen inkompetenten Psychologen (derselbe, der schon Two Face „behandelt“ hat), sodass dieser mit ihm in einer Talkshow auftritt. Bei dem vom Joker während der Livesendung ausgeführten Giftgasanschlag sterben mehr als 200 Menschen. Batman, der von der neuen Polizeichefin (Gordon ist in Pension gegangen) per Haftbefehl gesucht wird, verfolgt den Joker in einen Vergnügungspark, wo dieser Amok läuft und wieder mehrere Menschen ermordet. Batman reicht es endgültig, er will den Joker in einem letzten Kampf nicht nur stellen, sondern endgültig beseitigen. Das gelingt ihm, der Joker bricht sich mit den Worten „Du hast die Nerven verloren. Dafür werden sie dich hassen!“ selber das Genick. Damit liegt der Clown leider richtig. Die Regierung entschließt sich dazu, ihre größte Waffe gegen Batman einzusetzen: Superman. Dieser arbeitet mittlerweile als willfähriger Handlanger der Regierung, seine Identität ist jedem bekannt. Gerade eben hat Superman einen Atomangriff der Sowjets (die ganze Geschichte spielt in den 80ern) verhindert. Dabei löste er aber einen elektromagnetischen Impuls aus, der unter anderem in Gotham City einen kompletten Stromausfall auslöst und Superman erheblich schwächt. In der Zwischenzeit wollen die „Söhne Batmans“, die aus Anhängern des dunklen Ritters und einigen Mutanten bestehen, die nach der Niederlage ihres Anführers die Seiten gewechselt haben. Batman nimmt sie unter seine Fittiche und heckt gleichzeitig mit Green Arrow einen Plan aus, wie er im alles entscheidenden Kampf mit seinem ehemals besten Freund bestehen soll.

Die bessere Hälfte
Die Fortsetzung von „The Dark Knight Returns Teil 1“ ist eindeutig die bessere Hälfte der Geschichte. Die Konsequenz, mit der hier die Feindschaft zwischen dem Joker und Batman zu Ende gebracht wird, sieht man sonst in einem Comic (bzw. der Verfilmung) sehr selten und wenn man genauer darüber nachdenkt, kommt man dahinter, dass ein anderes Ende für die Beziehung zwischen den beiden (die weitaus komplexer ist, als es auf den ersten Blick scheint) gar nicht möglich ist. Auch, dass man gerade Superman als denjenigen auswählte, der sich an die Regierung verkauft hat, macht vonseiten der Macher durchaus Sinn, wenn man man einmal darüber nachdenkt, dass Superman schon immer für proamerikanische Propagandazwecke instrumentalisiert wurde. Trotzdem hätte man innerhalb der Handlung ausführlicher darauf eingehen müssen, wie es zu dieser Entscheidung des Stählernen gekommen ist.
Es fällt überhaupt auf, dass sehr wenig von den anderen Helden (und auch den Schurken) erzählt wird. Jason Todd ist tot, Wonder Woman (so wie Aquaman) wieder bei ihren Leuten. Selina Kyle ist als Catwoman zurückgetreten und besitzt nun einen Begleitservice. Der Rest….hat ebenfalls einfach aufgehört oder wird gar nicht erwähnt. Warum eigentlich? Hat Superman sie zum Rücktritt gezwungen? Wieso hat die amerikanische Regierung (der Präsident der USA ist übrigens eine sehr leicht als solche zu erkennende Ronald Reagan-Parodie) plötzlich etwas gegen die Helden, welche in der Vergangenheit mehr als einmal die ganze Menschheit gerettet haben? Wieso redet Bruce Wayne offenbar nicht mehr mit Dick Grayson (das wird in einer Szene ebenfalls kurz angedeutet)? Ich persönlich hätte es ja logischer gefunden, wenn Nightwing – und nicht Green Arrow – quasi um der alten Zeiten Willen mit Batman zusammengearbeitet hätte (und was sie in der Fortsetzung aus ihm gemacht haben, ist ordentlich bescheuert, aber dazu komme ich evtl. einmal in einem eigenen Review).  Alles Fragen, die leider nicht beantwortet werden.

Ein Seitenhieb an die Strafverfolgung
Trotz dieser offenen Punkte ist „The Dark Knight Returns Teil 2“ ein sehr guter und interessanter Film, da die Vorlage (die hier sehr gut umgesetzt wurde) auch einiges über Frank Miller verrät. Dies betrifft vor allem die Art und Weise, wie der Joker es schafft, die Menschen in seiner Umgebung zu manipulieren, damit er wieder in die Freiheit entlassen wird. Er rennt bei seinem Psychologen nämlich in mehrfacher Hinsicht offene Türen ein, wenn er sich sich selbst als Opfer Batmans darstellt, dem man nur eine zweite Chance geben müsse. Dr. Wolper, der schon vorher in Fernsehinterviews alle typischen Klischee-Argumente all jener Menschen abgespult hat, denen auch Täterschutz wichtig ist („Er ist ein Opfer der Umstände!“ – „Er ist ein Opfer der Gewalt Batmans!“ [Ok, das hört man in politischen Debatten eher selten, aber ihr wisst schon, was ich meine], etc…).  Damit meine ich NICHT, dass die Argumente dieser Menschen klischeehaft sind, sondern dass die von Wolper abgesonderten Stehsätze immer diejenigen sind, die diesen oft von der Gegenseite mit einem „Dafür seid ihr doch, ihr Luschen, oder??“ vorgeworfen werden. Der Typ klingt somit wie die Karikatur eines so genannten „Gutmenschen“. (Gott, wie ich diesen Begriff hasse!) Seine Widerlegung durch die folgenden Taten des Jokers und Wolpers‘ gewaltsamer Tod sind dann die Antwort, die Frank Miller auf die Forderungen dieser Menschen gibt. Bei Miller wundert mich das ehrlich gesagt nicht, hat er doch auch die „Occupy Wall Street“ Aktivisten als einen Haufen von Dieben und Vergewaltigern (!) bezeichnet. Man kann damit konform gehen oder nicht (ich tue es nicht, obwohl Opferschutz natürlich Vorrang hat), gut umgesetzt wurde dieser Handlungsteil allemal. Das ist alles extrem spannend gemacht und wenn der Joker dann wild um sich schießend und vor Freude wie ein kleines Kind lachend, durch den Vergnügungspark rennt, während Batman immer rasender vor Wut wird, denkt man sich schon: „Okay, jetzt bringt er ihn um!“ und kann dabei fast nicht mehr auf der Wohnzimmercouch sitzen bleiben.

Gelungene künstlerische Umsetzung
Der zeichnerische Stil der Vorlage wurde insgesamt sehr gut auf das Medium Film übertragen. Natürlich musste hin und wieder ein wenig simplifiziert werden und Batman wirkt schon ein wenig zu kantig (das Problem hatte ich aber schon mit der Vorlage), aber sonst gibt es hier nichts zu bemängeln.
„The Dark Knight Returns Teil 1“ hat leider im Mittelteil einige Schwächen. Dennoch fallen diese im Gesamtpaket mit Teil 2 nicht so sehr ins Gewicht, dass sie den positiven Gesamteindruck stören könnten.


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