Das Hotel von Jack Kilborn

Das Hotel von Jack KilbornIm Rushmore Inn wird Service noch groß geschrieben. Hier kümmert man sich um seine Gäste und zwar 24 Stunden am Tag. Mit Haut und Haaren...


Das Hotel von Jack Kilborn

Im Rushmore Inn wird Service noch groß geschrieben. Hier kümmert man sich um seine Gäste und zwar 24 Stunden am Tag. Mit Haut und Haaren…

Das Hotel von Jack Kilborn
Wenn man Bücher wie „Das Hotel“ von Jack Kilborn (der Name ist übrigens ein Pseudonym) oder „Verkommen“ von Bryan Smith liest, beschleicht einem der Gedanke, dass die Autoren allesamt sehr von den Slasherfilmen der 80er und Filmen wie „Hostel“ oder „Haus der 1000 Leichen“ beeinflusst wurden. So ist das Setting demjenigen der genannten Filme zum Verwechseln ähnlich: Ein paar Fremde verschlägt es aus dem einen oder anderen Grund an einen Ort, der von der Außenwelt abgeschnitten ist. Dort werden sie von Zombies/Vampiren/Whatever angegriffen und müssen um ihr Leben kämpfen. Allzu originell ist das nicht und „Das Hotel“ tut nicht sehr viel, um diese Ausgangslage zu variieren. Die Handlung läuft ganz genauso ab, wie man es von anderen, ähnlichen Büchern und Filmen bereits kennt.

Unterhaltsames Buch für Zwischendurch
Das bedeutet aber nicht, dass „Das Hotel“ langweilig wäre. Jack Kilborn hält den Leser bei Laune, indem er immer geschickt die Spannung hoch hält und genau dann den Schauplatz wechselt, wenn man unbedingt wissen will, wie es gerade weitergeht. So kommt es öfters vor, dass Kilborn einen ziemlich fies in der Luft hängen lässt, nur um genau dann mit der entsprechenden Szene weiter zu machen, wenn man gerade überhaupt nicht damit rechnet. Ein weiterer Vorteil des Buches ist, dass sich die Protagonisten – anders als in vielen anderen Büchern und Filmen dieses Genres – durchwegs intelligent verhalten und mit den hysterisch kreischenden und geistig beschränkten Teenagern, die man hier sonst geboten bekommt, ziemlich wenig gemeinsam haben. (ganz abgesehen davon, dass die Figuren – bis auf eine – eher Mitte 30 und älter sind). Mir gefällt es zum Beispiel sehr gut, wenn die Opfer sich so zur Wehr setzen, dass ihr Angreifer hinterher in mindestens drei Ecken liegt und die ihn nicht nur wegschubsen und dann schreiend in den finsteren Wald rennen. Wenn hier die Figuren zur Gegenwehr ansetzen, kann man sich sicher sein, dass sie ebenso gnadenlos vorgehen wie die inzuchtgeschädigten Hinterwäldler, die ihnen nachstellen.

Suspension of Disbelief
(Spoilerwarnung) Auch wenn „Das Hotel“ spannendes Lesefutter ist – ein Logikloch fällt einem doch schon bei der ersten Lektüre auf. Laut Handlung verschwinden bereits seit Jahrzehnten immer wieder Menschen dort. Nicht nur das, alle haben gemeinsam, dass sie aufgrund eines bestimmten, alljährlich statt findenden Sportereignisses in eben diese Gegend reisen. Dennoch ist noch niemandem aufgefallen, dass der kleine Ort, in dem „Das Hotel“ spielt eine ungefähr 10000mal höhere Vermisstenrate als üblich hat? Müsste da nicht normalerweise schon längst eine Sonderkommission aller irgendwie für solche Fälle zuständigen Behörden in der Sache ermitteln? Hier ermitteln gerade einmal zwei Privatleute, die sich Sorgen um eine Frau machen. Das ist dann doch ein wenig unglaubwürdig, um es einmal vornehm zu formulieren.

Fazit zu „Das Hotel“ von Jack Kilborn
„Das Hotel“ ist keinesfalls hochstehende Literatur. Trotzdem ist das Werk ein unterhaltsamer Horror-Reißer, der (mit einer Ausnahme) erstaunlich wenige Schwachstellen hat.


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