Episode 50 von Joe und Tess Smalley

Episode 50 von Joe und Tess SmalleyDie übersinnliche Reality-Show "Paranormal Inspectors" ist ein echter Quotenhit. Nach 49 erfolgreichen Episoden wird die Serie aber noch vor der bereits angekündigten 50. Episode völlig überraschend kommentarlos abgesetzt. Diese sollte eigentlich im West Virginia Asylum gedreht werden, das aufgrund der vielen ungeklärten Todesfälle in der Umgebung als Tor zur Hölle bezeichnet wird. Ein zweites paranormales Ermittlerteam ist vor Ort. Dieses verfolgt aber, nicht so wie unsere Protagonisten, einen eher spirituellen und keinen wissenschaftlichen Ansatz. Im Laufe der Zeit müssen beide Teams sich zusammenraufen, um zu überleben...


Episode 50 von Joe und Tess Smalley

Die übersinnliche Reality-Show „Paranormal Inspectors“ ist ein echter Quotenhit. Nach 49 erfolgreichen Episoden wird die Serie aber noch vor der bereits angekündigten 50. Episode völlig überraschend kommentarlos abgesetzt. Diese sollte eigentlich im West Virginia Asylum gedreht werden, das aufgrund der vielen ungeklärten Todesfälle in der Umgebung als Tor zur Hölle bezeichnet wird. Ein zweites paranormales Ermittlerteam ist vor Ort. Dieses verfolgt aber, nicht so wie unsere Protagonisten, einen eher spirituellen und keinen wissenschaftlichen Ansatz. Im Laufe der Zeit müssen beide Teams sich zusammenraufen, um zu überleben…

Episode 50 von Tess und Joe Smalley
(Achtung Spoilerwarnung) Die „Found Footage“ Welle will einfach nicht abebben und da den Leuten offenbar schön langsam die Ideen ausgehen, klauen sie den Plot nun offenbar einfach bei anderen „Found Footage“ Filmen (und machen das nur minimal unauffälliger als die Leute von Asylum). Denn wer sich beim Durchlesen der obigen Inhaltsangabe schon gedacht hat, dass das alles verdächtig nach „Grave Encounters“ klingt, der hat natürlich vollkommen recht. Nur dass „Episode 50“ noch schlechter ist. Bei „Episode 50“ aus dem Jahr 2011 vom Regieduo Joe und Tess Smalley gibt man sich nämlich nicht einmal mehr die Mühe, die „Found Footage“-Illusion aufrecht zu erhalten. Zwar gibt es immer wieder wackelige Hand- und grieselige Überwachungskamerabilder zu sehen, aber trotzdem findet man immer wieder Sequenzen, die unmöglich weder von einem Kameramann, noch von einer Überwachungskamera aufgenommen worden sein können. So läuft zum Beispiel gegen Ende einer unserer paranormalen Investigatoren von Schuldgefühlen aufgrund des Todes von einem Teammitglied ohne jeden Plan in das Gebäude, in dem die Geisterfans das Tor zur Hölle (ja, die örtliche Legende stellt sich hier als im wörtlichen Sinne richtig heraus) vermuten. Jack, der Anführer des anderen Teams, rennt ihm nach, beide haben keine Kamera dabei. Beide treffen in einem recht versteckten Winkel des besagten Hauses aufeinander und diskutieren. Jetzt habe ich nur eine Frage: Wenn keiner von beiden zuvor keine Kamera dabei hatte…wer filmt dann eigentlich gerade? Die Szene soll ja eindeutig „Found Footage“ sein, da wir kurz danach sogar den weinenden Auftraggeber vor seinem Laptop sitzen sehen, der sich eben diese letzte Szene gerade angesehen hat. Stand da zufällig eine Kamera, die jede Pappnase, die sich vor sie hinstellt, einfach ohne deren Erlaubnis filmt? Und warum brauchen wir diese Szene eigentlich? Es hätte doch gereicht uns mit einem Blick auf das CGI-Höllentor zu entlassen.

Effekte auf unterstem Niveau
Apropos CGI-Höllentor: Wenn zuvor vielleicht noch ein ganz kleiner Rest von Atmosphäre übrig, wird er von dem total beschissen aussehenden Tor endgültig vernichtet. Ganz ehrlich, wenn in einem Horrorfilm ein Dämon ins Bild kommt, der bedrohlich wirken soll und der erste Gedanke, der einem beim Anschauen kommt, der ist, dass das Vieh aussieht wie der kleine Bruder von Horny aus den Dungeon Keeper-Computerspielen, dann ist irgend etwas definitiv falsch gelaufen.
Das einzige, was in diesem Film halbwegs gelungen ist, ist die Darstellung der Geister. Anstatt irgendwelche Tricks anzuwenden, um die sehr „verrenkt“ aussehenden Bewegungen hinzubekommen, heuerte man einfach eine Balletttänzerin und eine Artistin des Cirque du Soleil an, welche die geforderten Bewegungsabläufe auch so sehr gut hinbekamen. Sogar Kameramann Oliver Cary fallen ein paar nette Einstellungen ein, mit denen er die Geister in Szene setzen kann. Nur rettet das den Film trotzdem nicht.
Kommen wir kurz zu den Schauspielern. Es ist nie besonders gut, wenn man sich als Zuschauer nur wenige Minuten nach dem Film nicht mehr daran erinnern kann, wie die ganzen Knallchargen eigentlich ausgesehen haben, weil sie alle so austauschbar wirken. Keithen Hergott, Chris Perry und Josh Folan schauen in den männlichen Hauptrollen ziemlich blass aus, was leider auch für Natalie Wetta und Eleanor Wilson bei den Frauen gilt.Das Drehbuch, welches von den Smalleys und Ian Holt (wieso brauchen solche Scheißfilme immer gleich mindestens 3 Drehbuchautoren?) zusammengeschustert wurde, hilft ihnen mit seinen von Plattitüden dominierten Dialogen auch nicht gerade weiter. Ich höre übrigens gerade den Audiokommentar während ich das hier schreibe und soeben hat Tess Smalley verkündet, dass sie für die Minirolle einer Psychologin versehentlich eine 14-jährige angeheuert haben. Smalleys Entschuldigung: „Sie sah älter aus.“ Tut sie nicht, selbst mit Schminke sieht das Mädchen aus wie dreizehneinhalb.
Die Musik besteht bestenfalls aus austauschbarem Geklimper. Ich glaube, Dr. Dre hat sich mit seiner „Special Music Appearance“ (keine Ahnung, was das sein soll. Nach Hip Hop klang hier jedenfalls nichts) keinen Gefallen getan.

Austauschbarer, schwachsinniger Blödsinn
„Episode 50“ ist in keinster Weise originell, gut geschauspielert oder wenigstens nett gemacht. Der Film wirkt wie „Grave Encounters“, nur in (noch) schlechter. Auch wenn er nur 78 Minuten lang ist, zieht er sich wie ein Kaugummi. Finger weg!


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