Haunting of Winchester House

USA 2009




USA 2009

Regie: Mark Atkins

Drehbuch: Mark Atkins & Jose Prendes

Mit: Lira Kellerman, Michael Holmes, Tomas Boykin, Patty Roberts, Kimberly Ables Jindra, u.a.

Länge: 82 Minuten

FSK: 18

Inhalt: Eine Familie bestehend aus drei Menschen (Mutter, Vater und Tochter) erklärt sich bereit, für einige Wochen auf das Haus der Familie Winchester (ja, es handelt sich um diejenigen, welche vor allem für ihre Schusswaffen bekannt sind) aufzupassen. Was das Trio nicht weiß: Im Winchester Mansion spukt es schon seit langem. Die Geister derjenigen, welche durch Winchester-Waffen ums Leben gekommen sind, haben sich nämlich dazu entschlossen, jeden Hausbewohner das Leben zur Hölle zu machen und entführen die Tochter der Familie. Mum und Dad entschließen sich dazu, einen ihnen bekannten Parapsychologen hinzu zu ziehen. Gemeinsam nehmen sie den Kampf auf…

Kommentar: Die Filmproduktionsfirma „The Asylum“ ist vor allem dafür bekannt, von bekannten Filmen ihre eigenen, ungleich billigeren Versionen (so genannte „Mockbuster“) zu erstellen. In der Hoffnung, dass unbedarfte Filmfans auf den ähnlichen Titel hereinfallen und versehentlich den Asylum-Film kaufen, entstehen Machwerke wie „Snakes on a Train“ (das Original hieß „Snakes on a Plane“) oder „Transmorphers“ („Transformers“). Mittlerweile hat Asylum selbst eine gar nicht so kleine Fanbasis, da ihre Filme für Trashfreunde eine wahre Fundgrube darstellen (außerdem ist der auf der Homepage zu findende Firmenblog aus mehreren Gründen lesenswert). Wenn man also einen Film von Asylum in Händen hält, sollte man sich als erstes folgende Frage stellen: „Welchen Film haben die sich denn hier zum Vorbild genommen?“

Die Frage ist eigentlich sehr schnell beantwortet, denn schon nach den ersten Minuten wird klar, dass es sich hier um eine wilde Mischung aus „The Others“ und „The Sixth Sense“ handelt (und wer letzteren kennt, wird den hier gezeigten „überraschenden“ Schluss auch schon nach spätestens 30 Minuten erraten). Es handelt sich also eigentlich um zwei Mockbuster zum Preis von einem. Die wichtigste Frage dabei lautet: Funktioniert die hier präsentierte Mischung?

Leider nein. „Haunting of Winchester House“ ist ein Film, der so ziemlich alles falsch macht, was man nur falsch machen kann. Fangen wir einmal mit den Gespenstern an. Warum die Geister im Haus spuken, erfährt man erst in der letzten Viertelstunde. Bis dahin ist einem die Handlung aber schon ziemlich egal, da sich bis zu diesem Zeitpunkt in Sachen Plotentwicklung (von der Entführung der Tochter und der Vorbereitung des Schlusstwists mal abgesehen) eigentlich fast überhaupt nichts tut. So sitzt man gelangweilt vor dem Fernseher und verflucht Asylum dafür, dass mindestens drei Viertel des Films in absoluter Dunkelheit spielen und man nicht einmal das Makeup begutachten kann, mit dem die Rachegeister ausgestattet wurden. In der IMDB steht zum Beispiel etwas von einem „Civil War Ghost“. Selbst beim zweiten Durchlauf habe ich diesen nicht erkannt, denn bis auf die Dinge, welche sich direkt vor der Kamera abspielen (und oft genug auch die) ist alles in schwärzeste Finsternis getaucht. So macht ein Geisterfilm ehrlich keinen Spaß.

Für Grusel ist dennoch gesorgt, aber beileibe nicht so, wie es sich die Leute von Asylum vorgestellt haben. Die thespischen Fähigkeiten der hier gezeigten Knallchargen…äh…hoffnungsfrohen Jungschauspielerinnen und -schauspieler sind nämlich so richtig schauderhaft. Michael Holmes sticht hier besonders heraus. In seiner Rolle als Vater der Familie erweckt er ein ums andere Mal den Eindruck, dass er nicht einmal in der Lage wäre, den sprichwörtlichen Stapel Bretter zu spielen, weil er dafür zu hölzern wäre.

Der Film ist auch in einer 3D-Version auf der DVD zu finden, wofür auch zwei herkömmliche 3D-Brillen in der Box sind. Das ist ja gut und schön und bei einem anderen Film sicher ein nettes Gimmick (obwohl ich es persönlich nicht unbedingt brauche). Aber: Welchen Sinn macht es, einen Film in 3D anzuschauen, der – wie schon erwähnt – zu 75% in absoluter Dunkelheit spielt? Dreidimensionale Finsternis ist auch nicht besser als ein 2D-Film, bei dem man ohnehin schon nichts erkennt. Da muss ich mir nicht extra so eine idiotische Brille aufsetzen.

Die DVD von HMH/Great Movies ist, was die Extras angeht, ganz okay. Es gibt ein Making of, einige Deleted Scenes und einen ganzen Haufen Trailer zu (wahrscheinlich besseren) Filmen von Asylum. Bild- und Tonqualität sind ebenfalls brauchbar.

Fazit: Wer auf „The Sixth Sense“ und „The Others“ steht…..sollte sich lieber „The Sixth Sense“ und „The Others“ anschauen. „Haunting of Winchester House“ versagt auf allen Ebenen, auf denen ein Film nur versagen kann.

Bildquelle: Great Movies (über Amazon.de)


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