Lords of Space Folge 2 – Gefangene des Kristalls

(Hier gehts zu Teil 1):


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Chris Austin, der nun unter dem Namen Lord Heros die „weiße Lordschaft“ in unserem Universum (also die Guten) anführt, erhält gemeinsam mit dem dunklen Lord Cryptor (ehemals Caine Covic) von der „Velvet Queen“ Lysia (der Herrscherin von irgendeinem fremden Planeten) eine Einladung zu einem Besuch in ihrem Wolkenschloss. Beide wissen nicht, dass die Velvet Queen einen Hintergedanken hat: Die mit starken PSI-Fähigkeiten ausgestattete Frau möchte die Quelle der Unsterblichkeit finden. Diese kennen Cryptor und Heros schon, wurde ihnen diese doch von den Lord-Beobachtern verliehen. Lord-Beobachter Tyros weiß bereits, dass die Velvet Queen sich auf Cryptors Seite stellen wird und beschließt daher, Heros und dem ebenfalls eingeladenen Sido-Doppler Fluxxo(r) eine neue Mitstreiterin zur Verfügung zu stellen: Lady of Space Nova hat ebenfalls starke PSI-Fähigkeiten und kann es als einzige mit der Velvet Queen aufnehmen. Diese neigt nämlich dazu, alle Menschen, die ihr den gewünschten Jungbrunnen verwehren, in Kristalle einzusperren. Aber auf Heros wartet noch eine Überraschung: Bei Lady Nova handelt es sich um Lorna Scott, die auf der Erde Chris Austins Geliebte war…

Lords of Space Folge 2 – Gefangene des Kristalls
Herzlich willkommen zum zweiten Teil des brüllenden Wahnsinns, der den Namen „Lords of Space“ trägt! Auch heute dürfen Sie Peter Wenke als Lord Cryptor dabei zuhören, wie er es schafft, die nach oben offene Overacting-Skala in den Orbit schießen zu lassen. Allerdings steht er diesmal nicht alleine da, denn Karin Zerdik, welche die Velvet Queen verkörpert, bewirbt sich ebenfalls sehr eindrucksvoll um den „Jeremy-Irons-Gedächtnisaward“. (Und das ein paar Jahre vor Dungeons & Dragons. Ich bin beeindruckt.)
Natürlich ist auch der nervende Fluxxor wieder dabei, dessen Sprecher (leider konnte ich nirgendwo eine Sprecherliste finden) sich alle Mühe gibt, wie ein Hund zu klingen, dem ein Sumo-Ringer auf den Schwanz gestiegen ist. Lutz Nicolai klingt als Chris Austin wie ein He-Man für Arme, nur Dorothea Mundas hat als Lady Nova nicht sehr viel zu tun. Bei ihr war man sich wohl nicht sicher, welche Charaktereigenschaften man ihr verleihen soll, deshalb hat man ihr vorsichtshalber gar keine mitgegeben (allerdings empfiehlt sie sich mit Aussagen wie „Lorna Scott gibt es nicht mehr, ich bin jetzt nur noch Lady Nova“ dringend für eine Psychotherapie).

Durchgeknallter gehts immer
Wer geglaubt hat, dass die Handlung von Teil 1 schon idiotisch ist, der sollte die Fortsetzung am besten meiden (oder sich erst recht auf sie stürzen, wenn man mal wieder lachen will). Das beginnt mit so Kleinigkeiten wie den Adelstiteln (was zum Beispiel soll „Elasthor, der Doppelschwere von Elasthan“ bedeuten? Frisst der Gute doppelt so viel wie seine Freunde auf Elasthan, oder was?) oder den „Kerkern“ für Lysias Gefangene (wie soll ich mir einen „Gedankenkristall“ vorstellen?) und setzt sich mit Episoden wie der Einladung der Velvet Queen fort. Die überbringt diese nämlich so, dass sie in die Gehirne von Heros und Fluxxor eindringt und ihnen einredet, ihr Schiff stünde unter schwerem Beschuss. Dann sagt sie sowas wie „War doch nur ein Scherz, Jungs!“ und erklärt, dass sie ihre Einladungen immer so überbringen würde (wenn das stimmt, hat Cryptor bestimmt auch herzlich gelacht).Großartig ist auch die Party bei der Velvet Queen in ihrem Wolkenschloss. Dort sitzen Cryptor und Heros, die aufgrund der ihnen von den Lord-Beobachtern verliehenen „relativen Unsterblichkeit“ (das heißt, sie können keines natürlichen Todes mehr sterben, sondern nur noch im Kampf den Löffel abgeben) nun eine violette Hautfarbe (!) haben und reden mit der Velvet Queen, die sie irgendwann durch das Schloss führt und ihnen – aus welchem Grund auch immer – die Kristalle mit den Gefangenen präsentiert. Dann will sie Cryptor und Heros auch gleich wegsperren (ohne sie vorher wirklich ernsthaft nach der Quelle der Unsterblichkeit gefragt zu haben – Sinn ergibt das Ganze an dieser Stelle schon lange keinen mehr). Allerdings rettet Nova den Tag, indem sie das Wolkenschloss der Velvet Queen mit einer Art Gedankensturm einstürzen lässt (dass das auch für die Helden tödlich enden könnte fällt ihr wohl nicht ein). Natürlich rettet der noble Heros dem bösen Cryptor dabei das Leben, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob man ihn oder die Velvet Queen irgendwie gefangen nehmen sollte. Am Ende fragen Chris und Lorna sich, ob sie Cryptor nun endlich endgültig besiegt hätten. Tja, das hätten sie vielleicht sogar, wenn sie ihn nicht einfach hätten laufen lassen, aber so… (Außerdem ist das in meinen Augen ein ziemlich blödes Ende, wenn man bedenkt, dass es sich hier gerade einmal um die zweite Folge der Reihe handelt. Wer soll denn in den restlichen Episoden den Bösewicht geben, hm?)
Rätselhaft bleibt auch die Rolle der Lord-Beobachter. Diese haben im ersten Teil bestimmt, wer wohl auf welcher Seite kämpfen wird (es gibt einen für die Helden und einen für die Bösen). Nun agieren sie eher im Hintergrund, beantworten den handelnden Personen aber immer ihre Fragen und helfen ihnen. Das tun sie allerdings nur, wenn es gerade in die Handlung passt. So wusste Tyros bereits zuvor, dass die Velvet Queen sich wahrscheinlich der dunklen Lordschaft anschließen würde, aber Heros zu stecken, dass die Braut ein falscher Fuffziger ist, war wohl zu viel verlangt. (Andererseits hat jemand, der auf eine Einladung wie die obige mit einem „Jau, lass uns dort hinfliegen!“ reagiert, es auch verdient, einen grausamen Tod zu sterben.) Und wer nun dieser ominöse „Vector Omega“ sein soll, der noch einmal über allen anderen steht und uns vorrangig mit überflüssigen Kommentaren nervt, ist sowieso völlig unklar.
Die technische Umsetzung der Chose ist auch nicht gerade beeindruckend. Irgendwie hört sich alles so an, als wäre alles im Wohnzimmer von Produzent und Autor Rudolf Leubner aufgenommen worden. Besonders toll ist die Musik von Alexander Cherdron, die so klingt, als hätte man eine Kindergartengruppe mit einem Dutzend Synthesizern spielen lassen.

Fazit zu Lords of Space Folge 2 – Gefangene des Kristalls
Folge 2 ist genauso durchgeknallt und trashig wie Teil 1. Jeder der gerne einmal über ein unfreiwillig komisches Hörspiel lacht, kann hier bedenkenlos reinhören.


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