mother! von Darren Aronofsky

Inhalt: Die Beziehung eines Paares (Jennifer Lawrence, Javier Bardem) wird auf eine harte Probe gestellt, als immer mehr fremde Menschen (unter anderem Michelle Pfeiffer, Ed Harris) in ihr Haus eindringen und den Alltag auf eine harte Probe stellen...


Inhalt: Die Beziehung eines Paares (Jennifer Lawrence, Javier Bardem) wird auf eine harte Probe gestellt, als immer mehr fremde Menschen (unter anderem Michelle Pfeiffer, Ed Harris) in ihr Haus eindringen und den Alltag auf eine harte Probe stellen…

mother! von Darren Aronofsky

*Ein einsamer Mann betritt die Bühne.* „Sehet, ich bin Darren Aronofsky, der weltbeste Regisseur, der großartigste Künstler, der je die Welt mit seiner Anwesenheit beehren durfte! Jeder Schritt, den ich gehe ist so, als ob meine Füße den Boden küssen würden, sobald sie ihn berühren, und auch mit meinem neuesten Werk werde ich Blinde gehend und Lahme sehend, äh…umgekehrt, machen! So bewundert mein neuestes Meisterwerk und verfallt über jede meiner Emanationen in Verzückung, ihr ungewaschenen Massen!“

Nein, ich habe keinen poetischen Anfall bekommen. Aber anders kann ich mir die Besprechung, mit der Aronofsky die Idee für sein neuestes Werk den Studiobossen vorgestellt hat, nicht vorstellen. „mother!“ ist der selbstverliebteste, aufgeblasenste Misthaufen von einem Film, den ich jemals gesehen habe.

Eine Handlung im herkömmlichen Sinn hat „mother!“ nicht. Dafür ist der Film mit Allegorien und Metaphern vollgestopft, als ob sie morgen verboten werden würden. Die Figuren (von denen keine einzige einen Namen erhält) sind keine Charaktere, sondern allesamt Archetypen, die irgend etwas repräsentieren müssen. Ab hier wird es sehr spoilerlastig, falls ihr euch den Film also noch anschauen wollt (weil ihr auf Selbstbestrafung steht zum Beispiel), solltet ihr jetzt lieber nicht weiterlesen.

„Er“ steht für den Schöpfergott/Künstler, der etwas Kreatives erschafft. „Sie“ ist die Inspiration/Mutter Erde. Nur durch sie können seine Ideen/Schöpfungen das Licht der Welt erblicken. Während des Schöpfungsprozesses tauchen erst wenige, dann immer mehr Menschen auf, die alle ihr Stück vom Kuchen haben wollen. Das fängt an mit einigen wenigen Fans an, geht über Verleger, bis hin zu Fanatikern, die alles in Stücke reißen wollen. so versucht der Film, den Prozess der Schöpfung von etwas Kreativem, von den kleinen Anfängen bis hin zur völligen Vereinnahmung des fertigen Produkts durch die Massen (ja, Aronofsky ist sich nicht zu blöd, zu zeigen, wie die Menschen das neugeborene Baby der Mutter töten und fressen). Besonders lustig ist dabei die Verlegerin, die die Mutter nur mit „die Inspiration“ anspricht und diese – weil sie ja eine böse Geschäftemacherin ist – am Ende erschießen möchte. Das alles ist in etwa so subtil wie ein Vorschlaghammer ins Gesicht, auf den jemand das Wort „Subtilität!“ gepinselt hat (und auch der Moment, ab dem meine Lebensgefährtin verzweifelt versucht hat, im Kinosessel einzuschlafen. Auch etwas, was ich zuvor noch nie gesehen habe).

Dazu wirft Aronofsky mit biblischen Metaphern um sich, als ob man morgen das Christentum verbieten würde: Adam und Eva, Kain und Abel und die Sintflut sind alle mit dabei. Natürlich ist von Anfang an klar, dass sich Aronofsky mit dem von Javier Bardem gespielten Schriftsteller vor allem selbst meint, der Mann muss ein Ego so groß wie ein Heißluftballon haben, Hier tropft die Eitelkeit des Regisseurs aus jeder Szene, während man als Zuschauer die Frage stellt, ob man in einer Parodie auf einen Arthaus-Film gelandet ist.

Fazit zu mother!

Wer darauf, wenn ein Regisseur zeigt, wie besoffen er von seinem eigenen Genie ist, wird hier seine Freude haben. Menschen, die einen guten Film sehen möchten, leider nicht. Am Ende zeige ich euch noch schnell die größte Rosstäuscherei im Kinojahr 2017. Der Trailer redet den Zuschauern tatsächlich ein, es handele sich bei „mother!“ um eine Art Geisterfilm:


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