USA 2007

Regie: Bruce Campbell

Drehbuch: Mark Verheiden

Mit: Bruce Campbell, Ted Raimi, Grace Thorsen, Taylor Sharpe, Ellen Sandweiss

Länge: 84 Minuten

Inhalt: Vier Teenager aus der Minenarbeiterstadt „Gold Lick“ (Get IT???) glauben, dass es eine gute Idee ist, sich auf einem Friedhof aus dem 19. Jahrhundert aufzuführen wie die Hottentotten und schaffen es tatsächlich, einen chinesischen Dämon aufzuwecken, der die Seelen von 100 bei einem Unfall ums Leben gekommenen Arbeitern bewacht. Besagter Dämon ist natürlich entsprechend angepisst und denkt sich, dass es eine gute Idee wäre, besagte Teenager aus dem Genpool zu eliminieren (da ist er nicht der einzige). Jeff, der einzige Überlebende des folgenden Massakers, hat aber eine (in seinen Augen) großartige Idee. Er ist der wohl mit Abstand größte Fan des B-Movie Schauspielers Bruce Campbell, den er aus Filmen wie „The Evil Dead“ kennt und für den größten Helden aller Zeiten hält. Jeff hat nämlich das Problem, dass er Fiktion und Realität nicht wirklich auseinander halten kann und Bruce Campbell tatsächlich für den großartigen Helden hält, den er in seinen Filmen verkörpert. er stöbert den abgehalfterten Beinahe-Filmstar tatsächlich auf. Bruce, der das ganze für einen gelungenen Geburtstagsgag eines guten Freundes von ihm hält, nimmt sich quasi zwischen zwei Whiskyflaschen mal kurz Zeit für den Jungen und kommt mit ihm mit. Als Bruce dann dem Dämon gegenübersteht und dessen Echtheit feststellt, wird die Größe seiner Überraschung nur noch von Jeffs Enttäuschung ob der Tatsache, dass Bruce doch kein Held ist, übertroffen. Aber ein echter B-Movie Held lässt dann doch nicht so leicht erschrecken und wenn man Jeffs Mama in die Hose steigen will, sollte man schon genügend Rückgrat haben, um sich einem untoten asiatischen Krieger zu stellen…

Kommentar: Als ich „My name is Bruce“ in den DVD-Player warf und mich mit einem Bier in der Hand auf die Couch setzte, wollte ich den Film einfach nur geil finden und meinen Spaß dabei haben. Lange Rede kurzer Sinn: Ich hab es leider nicht ganz geschafft. Die Idee, welche hinter dem Film steckt, ist so simpel wie gut. Wenn man – so wie ich – gerne Horrorfilme sieht, stolpert man im B-Movie-Bereich früher oder später über den Namen Bruce Campbell und man wird auch relativ schnell feststellen, dass Campbell erstens selbst im größten Scheissfilm noch relativ sympathisch wirkt und dass er zweitens eine kleine Fangemeinde sein Eigen nennt, die ihm erstens treu ergeben und zweitens so fanatisch ist, dass die Zeugen Jehovas dagegen tolerant und weltoffen wirken (just kidding). Dies in einem Film zu verarbeiten sollte wohl nicht zu schwer sein dachte man sich und schon war „My name is Bruce“ geboren.
Das Positive zuerst: Bruce Campbell bringt für diese Art von Film offenbar locker die nötige Portion Ironie und Humor mit. Das Problem dabei ist nur, dass der Rest des Filmes ständig mit angezogener Handbremse unterwegs ist. Unentwegt denkt man sich dabei, dass da eigentlich noch mehr gehen würde, dass alles noch eine Stufe schräger, witziger, blutiger und verrückter sein könnte. Die Witze sind schaumgebremst, die Kamerafahrten sind schaumgebremst und die Splattereinlagen sind erst recht allesamt schaumgebremst, was bei einem Film, der unter anderem „The Evil Dead“ aufs Korn nehmen möchte…nun….sagen wir einmal nicht wirklich so erwartet wird.
Ein weiteres Problem, das ich (nicht nur mit diesem) Film habe: Ich finde Ted Raimi einfach nicht lustig und hier wird er mir gleich in drei Comedy-Rollen präsentiert. Ted Raimi wirkt auf mich wie der kleine untalentiertere Bruder von Jerry Lewis, über den dieser vor lauter Scham nicht sprechen möchte (und ich finde Jerry Lewis schon zum Davonlaufen). Jedes Mal, wenn der Typ in irgend einem Film auftaucht, kann ich mir sicher sein, dass er den ganzen Film auf ein Level zieht, welches das Niveau von Scary Movie Teil Schießmichtot maximal von unten sieht. Warum muss er dann ausgerechnet immer in Produktionen auftauchen, die mir potentiell gefallen könnten? Ich muss irgendwann mal einen ganzen Haufen schlechtes Karma…äh…angehäuft haben und das ist nun die subtile Rache von oben dafür.
Alle anderen Schauspieler machen durch die Bank einen guten Job, wobei außer Bruce Campbell niemand wirklich viel zu tun hat, außer diverse Stereotypen zu verkörpern. Die Effekte sind ganz okay und guter Durchschnitt, wobei ich mir wie gesagt sehr viel mehr erwartet hätte, also ist „ganz okay“ in diesem Bereich für den Film eigentlich ein Todesurteil.
Die DVDs sind sehr gut geworden. Wer auf viele Extras steht sollte die Collectors Edition mit zwei DVDs nehmen. Das Paket ist für den Preis von knapp 13€ schwer in Ordnung.

Fazit: Der Film ist zwar ganz nett, verfehlt die in ihn gesetzten Erwartungen aber meilenweit.


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