Teenage Exorcist

Teenage ExorcistTitel: Teenage Exorcist


Teenage Exorcist

Titel: Teenage Exorcist

Mit: Eddie Deezen, Brinke Stevens, Michael Berryman, Robert Quarry

Regie: Grant Austin Waldman

Drehbuch: Fred Olen Ray, Brinke Stevens, Ted Newsom

Länge: 83 Minuten

USA 1991

Teenage Exorcist

Als selbst ein professioneller Exorzist daran scheitert, die junge Studentin Diane von ihrer dämonischen Besessenheit zu heilen, möchte man einen weiteren Experten hinzuziehen. Dumm nur, dass man sich bei der Telefonnummer verwählt und stattdessen den Pizzalieferservice anruft. Der leicht vertrottelte Pizzabote macht sich, nachdem er die angeblich bestellten Pizzas geliefert hat, auch gleich daran, den Dämon per Starkstrom aus Diane zu verteiben. Danach geht in der Villa erst recht die Post ab. Der Priester zockt mit ein paar Zombies um die Wette, während der Dämon die neurotische Diane endgültig in eine kettensägenschwingende Domina verwandelt hat. Währenddessen versuchen Dianes Schwester, ihr Schwager und der Pizzabote weiterhin verweifelt , eben jenen  Dämon mit Gewalt auszutreiben….

Drehbuch von Fred Olen Ray

Das Drehbuch zu „Teenage Exorcist kommt“ von Fred Olen Ray, der wohl jedem Fan von B-Movies ein Begriff ist. Der Mann ist mit über 30 (!) Aliasnamen im Filmgeschäft unterwegs, hat alleine als Regisseur laut IMDB bei insgesamt 123 Filmen mitgewirkt (unter anderem bei den von mir heiß geliebten „Evil Toons“ und „Phantom Empire“) und immerhin ganze 52 Drehbücher geschrieben (sein Sohn Christopher  arbeitet übrigens für die Leute von der Mockbuster-Schmiede Asylum, was wirklich überaus passend ist), besitzt eine eigene Wrestlingliga (die ACW), in der er selbst als „Fabulous“ Freddie Valentine auftritt und legt bei seinen Filmen regelmäßig eine „Ich nehme mich selbst nicht ernst“-Attitüde an den Tag, die sich immer wieder positiv auf das fertige Produkt auswirkt. „Teenage Exorcist“ bildet da keine Ausnahme. Die „Handlung“ ist ein riesiges Sammelsurium abstruser Ideen, sodass man beinahe glauben könnte, Brinke Stevens, Ted Newsom und Fred Olen Ray haben sich beim Schreiben des Drehbuches einen Wettkampf um die Frage, wer die meisten Absurditäten in das Endprodukt einbauen kann, geliefert und die Schauspielerinnen und Schauspieler chargieren, dass es eine wahre Freude ist. Zu guter Letzt sorgen Regisseur Waldman und Joe Castro, der Mann für die Spezialeffekte, dafür, dass man bei dem Film eigentlich immer was zu schauen hat (und zwar meist im positiven Sinne unterhaltsamen Trash) und der Film bei gleichmäßig hohem Tempo nie langweilig wird.

Verarschung von Der Exorzist

Natürlich ist „Teeange Exorcist“ vor allem eines: Eine Parodie von William Friedkins Klassiker „Der Exorzist“. Allerdings beschränkt sich der Film nicht darauf, einfach nur das Original durch den Kakao zu ziehen und entwickelt – anders als die unglaublich unlustigen „Scary Movie“-Filme – durchaus eine gewisse Eigenständigkeit.  Genau deshalb funktioniert „Teenage Exorcist“ auch sehr viel besser, weil er sich zwar oft genug von einer Slapstickeinlage zur nächsten hangelt, dies aber nie nur deshalb tut, weil irgendeine Szene aus dem Original noch nicht verarscht wurde (ich hoffe, euch ist klar, was ich damit meine). Jedenfalls gilt hier, dass man „Teenage Exorcist“ auch dann unterhaltsam finden kann, wenn man die Vorlage nicht kennt. Das ist bei „Scary Movie Teil 1 bis Schießmichtot“, „Fantastic Movie“, „Date Movie“ (die Titel sind auch sehr kreativ, finde ich) und „Beilight“ nicht der Fall (und ganz ehrlich: Selbst wenn man alle verarschten Filme kennt, werden diese – ich nenne sie nur unter Protest so – „Parodien“ nicht besser).

Vom Pizzaboten zum Teufelsaustreiber

Die SchauspielerInnenriege hatte beim Dreh wohl einen Heidenspaß. Absolut keiner der Anwesenden hat den Fehler begangen, seine Rolle auch nur ansatzweise ernst zu nehmen, im Gegenteil sieht Teenage Exorcist so aus, als ob alle Beteiligten am Set eine riesige Party gefeiert hätten. Eddie Deezen und John Quarry kennen Rays Fans vielleicht noch aus Filmen wie Beverly Hills Vamp, Michael Berryman wird sowieso immer dann engagiert, wenn einer der Charaktere wie der Teufel aussehen soll, man aber nicht genug Budget für anständiges Makeup hat (sorry, aber der Mann sieht einfach aus wie der Leibhaftige) und Brinke Stevens war damals eine Zeit lang ohnehin in jedem dritten B-Movie zu sehen. Hier wurde also eine ziemlich illustre Runde zusammengebracht.
Der Trailer zum Film zeigt das alles sehr gut:

Teenage Exorcist schlicht großartig

„Teenage Exorcist“ ist ein Film, der eigentlich besser ist, als er sein dürfte. Klar, er erfüllt alle Voraussetzungen dafür, mit Anlauf auf die Fresse zu fliegen. Nur: Er tut es einfach nicht. „Teenage Exorcist“ nimmt sich nie für voll und man hat mit seinen schier durchgeknallten Ideen einfach nur Spaß, wenn man sich darauf einlässt.

Hier geht es zu den echten Teenage Exorcists.


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