UFO – Es ist hier von Daniele Grieco

Fünf saudepperte Kackbratzen...äh....hoffnungsfrohe junge FilmstudentInnen möchten für ein Projekt ihrer Filmschule eine Dokumentation über den örtlichen Zoo drehen, als sie plötzlich ein Unidentifiziertes FlugObjekt am Himmel sehen. In der Hoffnung, bald "Filmschulgeschichte" schreiben zu können, brechen die fantastischen Fünf auf, um zur von ihnen geschätzten Absturzstelle aufzubrechen und dort alles zu filmen. Es dauert nicht lange und sie werden nach und nach von einer außerirdischen Wesenheit gemeuchelt...


Fünf saudepperte Kackbratzen…äh….hoffnungsfrohe junge FilmstudentInnen möchten für ein Projekt ihrer Filmschule eine Dokumentation über den örtlichen Zoo drehen, als sie plötzlich ein Unidentifiziertes FlugObjekt am Himmel sehen. In der Hoffnung, bald „Filmschulgeschichte“ schreiben zu können, brechen die fantastischen Fünf auf, um zur von ihnen geschätzten Absturzstelle aufzubrechen und dort alles zu filmen. Es dauert nicht lange und sie werden nach und nach von einer außerirdischen Wesenheit gemeuchelt…

 

 

Ein kleiner Disclaimer vorweg: Wenn ich hier jemanden beleidige, dann nur die Charaktere im Film und keineswegs die DarstellerInnen. (Das war meiner Meinung nach nötig, denn hier wirds gleich saftig.)

Daniele Grieco hat uns hier ja schon einmal beehrt. Zu seinem Film „Die Präsenz – Kann ein Ort böse sein?“ hat Grieco ja zum Besten gegeben, dass das Found-Footage-Genre noch lange nicht ausgelutscht sei und man ihm noch vieles hinzufügen könne. Wenn ich nun nach seinen beiden Beiträgen zu diesem Genre gehe, scheint er damit vor allem unkreativen Blödsinn zu meinen, denn genau darum handelt es sich bei „Die Präsenz“ und „UFO“. Während ersterer wenigstens eine schöne Location hatte, ist „UFO“ ein Film der Marke „Wir rennen in den Wald und machen Unsinn“. Ich habe in meiner Rezension zu „Die Präsenz“ folgenden Satz geschrieben:

 

„Seit gut 19 Jahren gibt es nun vermehrt diese Art von Film im Mainstream und wir sind immer noch nicht weiter als 1997. Da hat sich nichts weiterentwickelt und ich habe starke Zweifel, dass das jemals der Fall sein wird.“

 

Und mit „UFO“ hat Grieco endgültig bewiesen, dass ich damals recht hatte. Der Film spult alles runter, was „Blair Witch Project“ schon 1997 entwickelt hat, ohne auch nur die kleinste Kleinigkeit einer eigenen Idee hinzu zu fügen. Man verirrt sich im Wald, wird zornig aufeinander, einer verschwindet und die restlichen Überlebenden wollen ihn suchen. Dann sterben sie auch blutig. Sogar manche Kameraeinstellungen werden 1:1 übernommen (zum Beispiel die zur Seite kippende Kamera am Ende von „Blair Witch Project“). „UFO“ ist nichts anderes als die Magerversion der Hexe von Blair. Mit einem Unterschied: Die ProtagonistInnen hier sind noch dümmer. Beispiel gefällig? Aber gerne: Im letzten Drittel läutet das Handy von einem der Mädchen, als sie sich gerade vor dem Alien versteckt. Da es sehr laut ist, will sie es ausmachen. Erste Frage: Wieso hebt sie nicht ab? Sie könnte doch flüsternd mitteilen, in welchem Wald sie sind und dass sie bitte gerettet werden will! Zweitens: Sie schafft es nicht gleich, das Klingeln zu beenden, also zerschlägt sie ihr Handy an einem Felsbrocken. Da hab ich dann Kopfweh gekriegt, weil ich mir so fest mit der Hand vors Gesicht geschlagen habe. Du. Blöde. Trulla. Hattest. Hier. Als. Einzige. Empfang!!! UND WAS TUST DU?? Vernichtest jede Chance auf Rettung. Wenn ich die Freundin gewesen wäre, die sich neben dir versteckt hat, ich hätte dir die Einzelteile deines kaputten Telefons so in den Rachen gestopft, dass du dir noch gewünscht hättest, dass das beschissene Alien kommt und dich umbringt, du durchgeknallte Vollidiotin!

Ein weiterer glorioser Moment menschlicher Blödheit ereignet sich, als die letzten beiden Überlebenden zufällig über ein Nest mit Alieneiern stolpern. Statt diese zu vernichten entschließt der weibliche Part sich dazu, jetzt erstmal über alles nachdenken zu wollen. Direkt neben den Eiern an Ort und Stelle. Aber klar doch. Wenn ich mich vor der Alienmama verstecken will ist das bestimmt der beste Ort. Und nein, die ducken sich nicht hinter einen Busch oder Baum, unser dynamisches Duo bleibt direkt neben den Eiern stehen. Entschuldigt mal, aber da kann ich mich doch gleich in eine Pfanne legen und mich dem Monster selbst mit Bratkartoffeln servieren!

Das Drehbuch ist also Dünnpfiff, wie sieht es mit Spezialeffekten aus? Zunächst einmal wird in bester Blair Witch-Manier weder das Monster, noch die zugerichteten Leichen richtig gezeigt werden. Dafür sind einige der Schleimeffekte rund um die Alieneier ganz nett. Reißt halt insgesamt auch keine Bäume aus.

Am schwersten fällt mir die Beurteilung der DarstellerInnen. Einerseits ist das Material, mit dem sie hier arbeiten müssen, unterirdisch schlecht. Andererseits wirken manche der hysterischen Anfälle arg gestellt. Da hat es mich schon etwas gewundert, dass die meisten in relativ bekannten Serien wie „Die Chefin“, „Notruf Hafenkante“ oder „Das Boot“ regelmäßig wiederkehrende Rollen haben. Vielleicht sind sie mit besserer Regie und besseren Drehbüchern aber auch…..nunja, besser. Es stellt sich übrigens die Frage, inwiefern der übliche Schmafu, dass hier aufgefundenes Material gezeigt werde und alles tatsächlich so passiert sei, Sinn macht, wenn die Möglichkeit besteht, dass die SchauspielerInnen von Fans der entsprechenden Serien erkannt werden.

 

Fazit zu „UFO – Es ist hier“

Der zweite Rohrkrepierer von Grieco. Einen dritten werde ich mir nur dann antun, wenn es endlich einmal kein Found Footage Film mehr ist. Mein Rat: Finger weg!

 

Ufo – Es ist hier

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