Plan 9 from Outer Space von Ed Wood

Plan 9 from Outer SpaceAußerirdische wollen die Erde erobern. Dazu bedienen sie sich eines Plans, der vorsieht, die Toten auf den Friedhöfen wieder zum Leben zu erwecken und die Untoten anschließend gegen die Lebenden einzusetzen. Dafür landen sie auf unserem Planeten. Alle Versuche des Militärs, die Außerirdischen abzuwehren, schlagen fehl. Als eine Polizeieinheit einen verdienten Detective verliert und die Ehefrau von einem Piloten, der Zeuge der Landung wurde, entführt wird, rottet sich eine Gruppe von Menschen zusammen, um das immer noch auf dem Friedhof stehende Raumschiff zu entern...


Plan 9 from Outer Space

Außerirdische wollen die Erde erobern. Dazu bedienen sie sich eines Plans, der vorsieht, die Toten auf den Friedhöfen wieder zum Leben zu erwecken und die Untoten anschließend gegen die Lebenden einzusetzen. Dafür landen sie auf unserem Planeten. Alle Versuche des Militärs, die Außerirdischen abzuwehren, schlagen fehl. Als eine Polizeieinheit einen verdienten Detective verliert und die Ehefrau von einem Piloten, der Zeuge der Landung wurde, entführt wird, rottet sich eine Gruppe von Menschen zusammen, um das immer noch auf dem Friedhof stehende Raumschiff zu entern…

Plan 9 from Outer Space von Ed Wood
Wenn ich als Blogger, der vor allem (zwar nicht nur, aber halt meistens) über Filme, Bücher Hörspiele, Hörbücher und Comics aus den Genres Action, Horror, Science Fiction und Fantasy schreibt, auf diesem Blog keinen Film vom offiziell als solchen ausgezeichneten „schlechtesten Regisseur aller Zeiten“ rezensieren würde, was wäre dieser Blog dann? Genau, nicht vollständig! Hier kommen also meine Gedanken zu „Plan 9 from Outer Space“, einem Film von Regisseur Ed Wood aus dem Jahr 1959. (Und ist das nicht ein schöner Schachtelsatz da oben?)

Eines gleich vorweg: Der Film hat seinen legendären Ruf vollkommen zurecht. Die absolute Dreistig- und Unfähigkeit, mit der hier alles zusammengeschustert wurde, sucht ihresgleichen. Ich zähle hier einmal einige der Fehler auf, die einem beim Anschauen ins Auge springen (in Wahrheit sind es sehr viele mehr):
Bei den Raumschiffen sind die Fäden an den Modellen (die Ed Wood übrigens in einem Spielzeuggeschäft kaufen ließ) sehr deutlich zu sehen.
Apropos UFOs: Wenn das Militär gegen fliegende Objekte nur Waffen einsetzt, die sich ausschließlich zur Abwehr von Bodenfahrzeugen und dergleichen eignen, ist es kein Wunder, dass die UFOs den Sieg ziemlich leicht davontragen…
Beobachtet mal, wie oft es mitten in einer Szene abwechselnd einmal Tag und dann von einer Sekunde zur nächsten Nacht wird (und dann oft gleich wieder Tag)…
In einer Szene steigt Hauptdarsteller Gregory Walcott über die Beifahrerseite in sein Auto, um anschließend auf den Fahrersitz zu klettern. Warum er das tut? Wenn er um das Auto gegangen wäre, hätte jeder gesehen, dass dort schon das Set zu Ende war.
Die Grabsteine und Kreuze auf dem Friedhof waren zum Teil aus Styropor und Pappe, was zur Folge hatte, dass sie regelmäßig wackelten und ein paar Mal auf einfach umfielen, wenn ein Schauspieler sich auf den Boden warf. Einzig der Rasenteppich, der einen echten Rasen „spielte“, sieht noch unechter aus…
Meine Lieblingsdialogzeile: „Inspector Clay is dead … murdered … and SOMEBODY IS RESPONSIBLE!“ Ja, bei Mord gibts meist auch einen Mörder.
Ein Flugzeugcockpit wurde in einer Szene aus ein paar Spanplatten und einem Duschvorhang zusammengebaut, dementsprechend sieht es auch aus.
Schauspieler Bela Lugosi verstarb bereits vor dem Beginn der Dreharbeiten. Ed Wood hielt das trotzdem nicht davon ab, bereits zuvor mit ihm zum Spaß auf einem Friedhof gedrehtes Material in den Film zu schneiden. Für die restlichen Szenen heuerte Wood einfach den Chiropraktiker seiner Ehefrau als Double an. Das Problem: Der Herr war einen guten Kopf größer als Lugosi und sah ihm auch sonst nicht ähnlich. Deshalb hält er sich auch in allen Szenen seinen schwarzen Umhang vors Gesicht. Man merkt den Unterschied trotzdem sofort…
Die Aliens haben allesamt einen bemerkenswerten Oxford-Akzent.
Tor Johnsons Grab war so klein, dass der eher schwergewichtige Wrestler als Zombie beim Herausklettern darin stecken blieb. Deshalb sieht man ihn in dieser Szene nur ganz am Anfang und am Ende.
In der Szene, in der Bela Lugosis Figur stirbt, sieht man nur, wie diese ihren Garten verlässt und anschließend hört man, wie sie von einem Auto überfahren wird. Dumm nur, dass auf dem gezeigten Standbild vom Haus immer noch der Schatten des Mannes zu sehen ist und er damit gar nicht auf der Straße sein kann.
Die Polizei geht bei ihren Untersuchungen offenbar überlegt und systematisch vor. Zitat eines Beamten: „It isn’t easy to find something, if you don’t know, what you are looking for.“
Und so geht es hier in einem fort. Trotzdem (oder gerade deshalb) ist der Film auf seine Art fantastisch.

Der König aller Trashgranaten
Das liegt daran, dass Plan 9 aufgrund der geballten Inkompetenz, die sich hier mit absoluter Schamlosigkeit und noch größerer Begeisterung paart, einer der unfreiwillig komischsten Filme aller Zeiten ist. Man muss einfach lachen, wenn man sieht, wie Tor Johnson selbst von der hier stummen Vampira an die Wand geschauspielert wird, oder wenn die Darsteller Dialogzeilen von sich geben (müssen), die jeder Beschreibung spotten (siehe oben). Ganz zu schweigen davon, dass immer wieder Equipment (Mikrofone, etc…) sichtbar sind (einmal hört man den Kameramann sogar beim Rückwärtsgehen).
Die Schauspielerinnen und Schauspieler sind auch zum Brüllen. Gregory Walcott könnte nicht einmal einen Stapel Bretter spielen, weil er dafür zu hölzern wäre. Dudley Manlove wirkt als Alienführer Eros wie britischer Gentleman, der sich zufällig auf das Set verirrt hat und jetzt mit Waffengewalt zum Mitspielen gezwungen wird. Mona McKinnon leiert einfach nur ihren Text runter und kann nicht einmal überzeugend schreien. Vampira steht nur da und hebt ab und zu die Hände (echt, das ist ihre ganze Rolle), während Tor Johnson einfach nur liebenswert unbeholfen durch die Szenen stakst und auf dem Friedhof wahrscheinlich höllisch aufpassen muss, dass er nicht mit jedem Schritt mindestens drei „Grabsteine“ zerschmettert. Bela Lugosis Double, Tom Mason, gibt sich in manchen Szenen nicht einmal mehr Mühe, sein Gesicht zu verbergen. Der Zuckerguss auf dem Kuchen ist aber Criswell, der den Zuschauern als Erzähler alles erklärt, was sie ohnehin gerade sehen.

Der schlechteste Film aller Zeiten?
Ist „Plan 9 from Outer Space“ tatsächlich der schlechteste Film aller Zeiten, wie immer wieder gerne behauptet wird? Die Antwort darauf lautet: Nein. Wenn ich an all die lieblos hingerotzten Machwerke denke, die ich in meinem Leben schon gesehen habe und die gar keine Art von Unterhaltungswert hatten, dann tue ich mir sehr schwer damit, diesen Titel ausgerechnet Plan 9 umzuhängen. (Da würde ich eher Filme wie Der Hexer nennen.) Das heißt natürlich nicht, dass Ed Woods Opus Magnum ein guter Film wäre. Er ist aber der unterhaltsamste schlechte Film, den man sich wünschen kann. Deshalb gibt es von mir eine Empfehlung für den Film, da er eine sichere Bank ist, wenn man einmal eine Trashfilm-Party schmeißen will (ich empfehle, den Film im Doppelpack mit Tim Burtons Ed Wood zu sehen).

Zum Abschluss könnt ihr euch hier schon einmal den Trailer zum Remake ansehen, an dem schon seit längerer Zeit gearbeitet wird:

Die Macher haben übrigens mehrfach gesagt, dass sie allen Ernstes die „gute Version“ dieser Geschichte (so wie Ed Wood sie sich ihrer Meinung nach vorgestellt hat) drehen wollen und keinen Trashfilm. Sorry, aber das kann ja nur in einem Desaster enden. Was soviel heißt wie: Das lasse ich mir bestimmt nicht entgehen!


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