The Virgin Suicides – Verlorene Jugend

USA 1999


USA 1999

Regie und Drehbuch: Sofia Coppola

Mit: Josh Hartnett, Kirsten Dunst, James Woods, Kathleen Turner, Danny DeVito

Länge: 93 Minuten

Inhalt: In einem amerikanischen Vorort während der 70er Jahre haben die dort lebenden Jungs ein Problem: Sie wohnen direkt neben den schönsten Mädchen, die sie sich nur vorstellen können. Die Sache hat nur einen Haken: Die zutiefst religiöse Mutter (Kathleen Turner) der Mädchen und ihr eher in sich gekehrter Vater (James Woods) schirmen die Töchter konsequent von der Außenwelt ab, um sie so vor den Gefahren der Pubertät zu schützen. Nach dem Selbstmord der 13-jährigen Cecilia wird das elterliche Gefängnis für die verbleibenden Schwestern noch enger. Die Situation scheint sich allerdings zu bessern, als der jugendliche Herzensbrecher Trip Fontaine (Josh Hartnett) die Eltern dazu überreden kann, die Mädchen auf ein Schulfest gehen zu lassen. Doch als Lux (Kirsten Dunst) nach einer Liebesnacht mit Trip erst am nächsten Morgen nach Hause kommt, trifft ihre Mutter eine verhängnisvolle Entscheidung und die Ereignisse eskalieren…

Kommentar (Spoilerwarnung): Bei „The Virgin Suicides“ handelt es sich um das Regiedebüt von Sofia Coppola. Ich musste beim Ansehen immer wieder schmunzeln, wenn die Jungs aus der Nachbarschaft (aus deren Blickwinkel die ganze Geschichte erzählt wird) sich darüber die Köpfe zerbrachen, was denn nun schon wieder in den Mädchen vorgeht. Macht euch keine Hoffnungen: Was in einer Frau wirklich vorgeht, hat noch kein Mann zu hundert Prozent durchschaut, was sich zum Biespiel auch sehr gut in dem Doktor zeigt, der als Antwort darauf, dass ein 13-jähriges Mädchen ja noch gar keine Ahnung haben kann, wie hart die Welt da draußen sein kann, als Antowrt von eben jenem Mädchen (sinngemäß) folgendes zu hören bekommt: „Nun, sie waren offensichtlich noch nie ein 13-jähriges Mädchen“.

Dieses Rätselhafte wird hier durchaus geschickt thematisiert, wenn die Jungs die Schwestern als ziemlich rätselhafte Wesen beschreiben, zu denen sie sich – was für sie anscheinend noch rätselhafter ist – immer mehr hingezogen fühlen. Es zeigt sich auch darin, dass die jungen Männer als Erwachsene noch immer nicht verstanden haben, wieso die Lisbon-Schwestern allesamt kollektiv Selbstmord begangen haben (als Zuschauer kann man es sich – da man immer wieder Hinweise erhält – allerdings zusammenreimen).

Josh Hartnett und Kirsten Dunst liefern hier sehr eindringliche Leistungen ab und könnten den Film auch alleine tragen, allerdings sind James Woods und Kathleen Turner viel zu gut in ihren Rollen, um sie hier nicht zu erwähnen.

Eines ist „The Virgin Suicides“ nicht: Ein Actionreißer. Das will er – Gott sei Dank – auch gar nicht sein und das eher gemächliche Tempo steht der Geschichte sehr gut. Das gilt auch für den Soundtrack, der in seinen besten Momenten eine unwirklich-hypnotische Wirkung auf den Zuschauer hat.

Die DVD von Capelight gibt es in zwei verschiedenen Varianten. Bei der Special Edition ist noch ein Hörbuch dabei (der Film beruht ja auf einem Buch von Jeffrey Eugenides), bei der anderen Variante gibt es als Extras „nur“ ein Making of, ein Musikvideo von AIR „Playground Love“, eine Fotogalerie, die Highlights des Soundtracks und den Kinotrailer.

Fazit: „The Virgin Suicides“ ist ein deprimierend schöner und zeitloser Film.


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