Voyage of the Rock Aliens

Voyage of the Rock AliensTitel: Voyage of the Rock Aliens


Voyage of the Rock Aliens

Titel: Voyage of the Rock Aliens

Mit: Pia Zadora, Craig Sheffer, Tom Nolan, Ruth Gordon, Michael Berryman, Alison La Placa, u.a.

Regie: James Fargo

Drehbuch: Edward Gold, James Guidotti, Charles Hairston

Länge: 97 Minuten

Voyage of the Rock Aliens

In der fiktiven Stadt Speelburgh (wen muss ich für den Witz erschlagen?) in den USA landet eines Tages ein Raumschiff in Form einer E-Gitarre. Die etwas durchgeknallten Aliens sind verrückt nach Rock&Roll und wollen den Ursprung dieser Musikrichtung ergründen. Nun, da sind sie auf der Erde ja genau richtig (abgesehen davon, dass im gesamten Film nur sehr wenige waschechte Rocksongs vorkommen werden). Als sich der Anführer der Außerirdischen in Dee Dee (gespielt von 80er Jahre Sternchen Pia Zadora), die Freundin des hiesigen Vorstadtrebellen, verliebt, wird die Sache kompliziert und der durchgeknallte weibliche Sheriff (sprich: die Sherifföse), die zwei aus der Irrenanstalt ausgebrochenen Serienmörder und das von den Aliens mitgebrachte Weltraummonster sind dabei nicht wirklich hilfreich. Werden Dee Dee und Frankie die Welt retten und gleichzeitig auf dem Abschlussball der Schule singen können?

Teil 2 meiner Zeitreise in die 80er: Wer braucht schon eine Handlung?

(Zu Teil 1 gehts hier: Gib Gas – Ich will Spaß, Teil 3: Ladyhawke – Der Tag des Falken)
Sollte durch die obige Inhaltsangabe versehentlich der Eindruck entstanden sein, der Film hätte so etwas ähnliches wie einen Plot, möchte ich persönlich dafür entschuldigen. Dem ist nämlich absolut nicht so. Hier geht es lediglich darum, die Hits von Pia Zadora (deren Anzahl ohnehin überschaubar ist, was heißt, dass die restliche Laufzeit mit anderen Liedern gefüllt werden muss) irgendwie allesamt in einem Film unterzubringen. Das beste Beispiel hierfür ist der größte Hit der Dame, nämlich das mit Jermaine Jackson gesungene „When the Rain begins to fall“. Da zeigt man den Zuschauern am Anfang, wie ein Roboter auf dem UFO der Aliens auf der Suche nach dem Planeten ist, auf dem der Rock entstand, irgendwann landet man bei Planet Schießmichtot und dort singen dann Jermaine Jackson und Pia Zadora dieses Lied, während sie einen Bandenkrieg ausfechten. Nach dem Song kommt der zuständige Roboter auf die Idee, dass das ja gar kein Rock wäre und denkt sich, man könnte es ja mal auf der Erde versuchen. Dass danach nie die Frage gestellt wird, wieso Dee Dee eine Zwillingsschwester auf einem anderen Planeten hat und warum „When the Rain begins to fall“ bei den Aliens durchfällt, während „Let’s Dance tonight“ offenbar in Ordnung geht, versteht sich von selbst (das hier ist eine Liveversion des Liedes, Filmausschnitt habe ich dazu leider keinen gefunden):

Rock ist doch eine etwas andere Baustelle, sorry (auch wenn der Song nicht schlecht ist).

Wer braucht schon Schauspieler?

Wenn ich beim oben verlinkten „Gib Gas – Ich will Spaß“ angemerkt habe, dass sich die dargebotenen thespischen Leistungen nahe am Gefrierpunkt bewegen, dann kann man getrost sagen, dass dieser bei „Voyage of the Rock Aliens“ locker unterschritten wurde und das obwohl man mit Ruth Gordon immerhin eine Oskarpreisträgerin (beste weibliche Nebenrolle für „Rosemary’s Baby“ 1969) als Sheriff im Cast hat, die sich hier ein Jahr vor ihrem Tod freiwillig und mit Freude zum Idioten macht. Pia Zadora muss wohl eine Absolventin der „Steven Seagal School of Acting“ sein, denn sie schafft es, den ganzen Film mit nur einem einzigen Gesichtsausdruck (doof grinsen) über die Bühne zu bringen und dass Craig Sheffer der einzige singende Typ ist, der wegen seiner schauspielerischen Fähigkeiten angeheuert wurde (und der die Lieder, da er dafür nicht singen kann als einziger im Vollplaybackmodus hinter sich bringt – mal ehrlich, ist es in Amerika so schwer, einen Mann zu finden, der spielen und singen kann?), merkt man ihm auch nicht wirklich an.

Voyage of the Rock Aliens – Spaß macht der Film trotzdem

So, genug genörgelt. Die wichtigste Frage bei einem solchen Film ist doch folgende: Macht die Sache Spaß? Ja, das tut sie. Es ist hier nämlich völlig egal, wie talentbefreit sämtliche Beteiligten waren. „Voyage of the Rock Aliens“ nimmt sich absolut nicht ernst und der Spaß, den man offenbar beim Dreh hatte, überträgt sich irgendwann auch auf das Publikum. Dann lacht man über den ganzen infantilen Blödsinn, groovt mit den Liedern mit (was bei mir als Fan von Rammstein, Lordi und ähnlichen Gruppen bei 80er Jahre Popmusik doch eher selten der Fall ist) und hat seinen Spaß dabei.
Zum Abschluss gibts hier auch noch „When the Rain begins to fall“ für euch, viel Spaß damit:


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